„Tag der Oldies“ 04.09.2016 in Goldbach

By 10. September 2016 Berichte, News, Seminare

Referentin: Heidy Gröger

Da es leider nach wie vor im Plz Gebiet 0 keinerlei Angebote seitens des LCD gibt, führte mich mein Weg am Sonntag, den 04.09.2016 nach Bayern, bzw. Unterfranken. Dort lud die Regionalgruppe Rhein-Main des LCD, konkret gesagt Heidy Gröger, zum „Tag der Oldies“ ein.
Da sich für mich und meinen Oldie „Jette“ somit eine Fahrstrecke von 350 km ergab, durfte ich bereits einen Tag vorher anreisen und dank Heidys herzlicher Gastfreundschaft direkt bei ihr Zuhause und somit am Seminarort übernachten – an dieser Stelle nochmals ein großes Lob und Dankeschön dafür.
Am Sonntagmorgen dann reisten so nach und nach die anderen Oldies samt Frauchen an. Ich selbst kannte niemanden, aber wie das bei „Hundeleuten“ eben so ist, kam man sofort in’s Gespräch und das (ohne schon nicht wirklich vorhandene) Eis war schnell gebrochen. Heidy hatte in ihrem Garten alles liebevoll und herzlich hergerichtet, sodass für alle genügend Platz und Gemütlichkeit herrschte. Glücklicherweise saßen wir auch alle überdacht, denn pünktlich zum Beginn um 10 Uhr machte Petrus die Schleusen auf und es regnete bis zum Mittag ohne Unterbrechung durch. Das sollte uns aber nicht stören. Heidy begrüßte uns zunächst alle und wir stellten uns und unsere Oldies kurz vor. Hierbei stellte sich dann übrigens heraus, dass meine Jette fast die jüngste ältere Dame war. Die meisten der Oldies waren zwischen 10 und 14 Jahren, was mich sehr beeindruckte und auch berührte.
Der erste Tagespunkt war die Erwärmung der Gelenke. Heidy erklärte und zeigte auch praktisch und anschaulich an Ronja, ihrer 13-jährigen Labrador Hündin, wie wir welches Gelenk erwärmen und was dabei konkret zu beachten ist. Danach waren wir selbst gefragt und konnten uns am eigenen Hund probieren. Zur Erwärmung gehörten zudem auch Dehnungen und Streckungen. Ich war erstaunt, wie die Hunde alles so mitmachten und sichtlich genossen. Selbst meine „verrückte braune“ Jette war ganz bei der Sache, vertraute mir und erfreute sich meiner vollen Aufmerksamkeit.
Der nächste Programmpunkt wäre eigentlich ein Parcour mit verschiedenen Geräten, Untergründen etc. gewesen. Aufgrund des Wetters zogen wir allerdings die Theorie vor.
Die Theorie war für mich der interessanteste und auch traurigste Teil des Tages. Heidy klärte uns z.B. über mögliche Krankheiten im Alter auf.  Neben den üblichen Wehwehchen wie Arthrose, Osteoporose, Erkrankungen der Organe, Verlust des Seh- und Hörvermögens bis hin zur allgemeinen Hinterhandschwäche. Was für mich persönlich allerdings komplett neu war, war die Tatsache, dass Hunde auch dement werden können. Hierzu berichtete Heidy von ihrer eigenen ganz persönlichen Erfahrung mit einer dementen Hündin. Hierfür gilt ihr mein voller Respekt. Neben der Aufklärung durch Heidy bestand der Theorieteil überwiegend aus dem Austausch untereinander. Jeder von uns berichtete über bereits erlebte, überstandene Krankheiten, Operationen und natürlich auch über Hunde, die nicht mehr unter uns weilen. Das Thema Tod und Abschied nehmen, aber auch die Frage nach Erlösen oder den natürlichen Tod „abwarten“ bildeten den Abschluss unserer Theoriestunde.

Zwischenzeitlich hatte auch Petrus ein Einsehen und schickte uns passend zur Mittagszeit die Sonne vorbei, sodass wir bei herrlichstem Sonnenschein den abwechslungsreichen Geschicklichkeits-Parcour absolvieren konnten. Hierbei hatten Hund und Mensch gemeinsam Gelegenheit zu zeigen, wie sie als Team funktionieren und es war schön zu erleben, wie die rüstigen Rentner da aufblühen und ihr Können gezeigt haben. Das hätte ich mir vorher so nie vorstellen können. Aber es ist eben wirklich so, dass man einfach die Gegebenheiten an das Hundealter anpassen muss und schon sind viele Dinge auch weiterhin möglich. Die Aussage „dafür ist mein Hund zu alt“ lasse ich jetzt nicht mehr gelten, wenn ich sie mal wieder hören sollte. Heidy hat hier äußerst effizient gezeigt, was sehr wohl mit alten Hunden noch geht und das ist eine ganze Menge.
Nach dem praktischen Teil gingen wir über zu einer kleinen Mittagspause. Wir nutzten die Zeit um eine kleine Runde mit den Hunden zu laufen und auch um uns zu stärken. An dieser Stelle auch nochmals vielen lieben Dank für die umfangreiche und sehr leckere Verköstigung. Wir wurden verwöhnt mit selbst gebackenen und gekochten Snacks sowie Kaffee und anderen Getränken. Heidy ist nicht nur eine gute Referendarin, sondern auch eine klasse Gastgeberin.
Nachdem wir uns alle gestärkt hatten und auch die Hunde wieder ein wenig geruht hatten, ging es an den Spaß-Parcour, der in einem anderen Teil des schönen Gartens aufgebaut war. Hierbei ging es, wie der Name schon sagt, einfach nur um Spaß und den hatten auf jeden Fall alle. Unter anderem musste bzw. konnte durch einen Tunnel gelaufen werden, dann gab es ein kleines Planschbecken, wo der jeweilige Oldie ein Wasserdummy apportieren sollte und ein Slalomlauf war zu absolvieren. Zudem gab es eine Station, wo die Hunde abgesetzt wurden und im Sitz warten sollten. In einer kurzen Entfernung stand der jeweilige Führer und der Hunde wurde abgerufen. An der kleinen Wegstrecke zwischen Hund und Führer standen links und rechts allerdings gefüllte Futternäpfe, die natürlich nicht geleert werden durften. Da dies für unsere verfressenen Retriever natürlich die Verlockung schlecht hin war, war dies auch gleichzeitig die lustigste Station. Meine Jette zum Beispiel lief erst an allen Näpfen vorbei, war schon fast an meiner Hand, in der ich ein Leckerlie hielt, um dann die Nase hoch zu nehmen und nochmals zurück zu einem der gefüllten Näpfe zu laufen. Typisch Labrador eben und ein echter Lacher für alle Zuschauer.

Nach dieser Station positionierten wir uns noch alle bei immer noch schönstem Wetter für ein Gruppenbild, bevor wir zum letzten Seminarpunkt übergingen. Den Tagesabschluss bildete nämlich eine Entspannungsmassage für unsere mittlerweile doch erschöpften Oldies. Petrus machte es uns leichter und schickte erneut einen Dauerregen vorbei. Während es also Bindfäden regnete, zeigte uns Heidy verschiedene Massagetechniken, von der Igelballmassage bis zu Ausstreichungen war alles dabei. Jeder konnte an seinem Hund probieren, was diesem besonders gut gefällt und es war schön zu sehen, wie 9 Hunde in geringem Abstand zueinander am Boden lagen und sich von Frauchen kraulen oder massieren ließen. Auch hierbei ließen sich die meisten Hunde sofort fallen und so mancher atmete hörbar laut aus, um dann in einen Tiefschlaf zu fallen.
Aber auch der schönste Tag neigt sich mal dem Ende zu und so beendete Heidy gegen 16 Uhr den diesjährigen „Tag der Oldies“ und bedankte sich bei uns für unsere Teilnahme. Wir erhielten von ihr eine feine Urkunde über unsere Teilnahme sowie ein kleines, persönlich verpacktes Präsent, welches aus Leckerlis für Mensch und Hund bestand.
Ich habe bei diesem Seminar wieder viel Neues erfahren und bin mir sicher, dass dieses Wissen meinem Oldie Jette in dem ein oder anderen Moment zu Gute kommen wird. Auch habe ich wieder neue Kontakte geknüpft und liebe Menschen kennengelernt. Allein der persönliche Erfahrungsaustausch an solchen Tagen ist unbezahlbar und ich kann es nur jedem wärmstens weiter empfehlen.

Isabel & Jette (aus dem Erzgebirge)

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