Foto-Workshop für Anfänger am 16.6.2013

Referentin Gianna Gratzfeld

Als ich meine digitale Spiegelreflex-Kamera geschenkt bekam, wusste ich noch nicht, wie schwierig es ist einen schwarzen Hund zu fotografieren. Mit dem Automatik-Programm wurden die Bilder zwar schon deutlich besser als mit meiner kleinen Kompakt-Kamera, aber nichts im Vergleich mit den Bildern, die man so aus Büchern oder Zeitschriften kennt. Hier sieht man Hunde im vollen Lauf, möglichst noch mit Dummy im Maul, genau im richtigen Moment perfekt scharf fotografiert, der Hintergrund gewollt unscharf, um nicht von den glänzenden Hundeaugen abzulenken. Das wollte ich auch lernen, das konnte ja nicht so schwer sein. Also habe ich mir ein Buch gekauft, es auch gelesen, aber nach ein paar Kapiteln über Belichtungszeiten, ISO-Werte und Blendeneinstellungen schwirrte mir der Kopf. Als ich dann den Termin für den Foto-Workshop auf der LCD-Homepage sah, habe ich mich angemeldet.

Die Referentin Gianna kannte ich schon vorher vom Dummytraining. Auch ein paar ihrer Bilder hatte ich schon gesehen. Mit gewohnt guter Laune empfing sie die 5 Teilnehmerinnen mit 3 Hunden bei schönstem Wetter auf dem Gelände des Schäferhunde-Vereins in Schmitten-Niederreifenberg. Auch ein Streik des Beamers tat der guten Stimmung keinen Abbruch, es wurde einfach improvisiert und wir rückten rund um den Laptop zusammen. Auch jetzt ging es erstmal um die Theorie, denn so ganz ohne Hintergrundwissen geht es eben doch nicht. Gianna erklärte uns in prägnanten Stichpunkten die Begriffe Blende, Verschlusszeit und Lichtempfindlichkeit und wie sich die Einstellungen der einzelnen Komponenten auf die jeweils anderen auswirken. Außerdem erfuhren wir, wie wir den Fokus der Kamera auf verschiedene Bildpunkte einstellen konnten. Das Ziel des Einsteiger-Workshops war jedoch nicht, sofort im voll-manuellen Modus zu fotografieren, sondern sich für den Anfang auf die Einstellung einzelner Komponenten zu beschränken. Außerdem ging Gianna bei den Erläuterungen immer wieder speziell auf die Herausforderungen in der Hunde-Fotografie ein. Schnell wurde klar: Ein schwarzer Labrador ist viel schwieriger abzulichten als ein heller Golden Retriever, da ein schwarzer Hund schnell mal nicht mehr als ein schwarzer Fleck auf dem Foto ist (auf diese Problematik weist einen beim Welpenkauf auch keiner hin…). Bei den anschließenden praktischen Übungen hatte wir helle und dunkle Hunde als Models und konnten so unsere ersten Versuche machen. Nach einer kleinen Stärkung mit selbstgebackenem Kuchen und Snacks begannen wir mit dem praktischen Teil. Wir begannen mit Porträts und Nahaufnahmen. Dabei saßen oder lagen die Hunde und Gianna war für uns die erfahrene Helferin und Hunde-bei-Laune-Halterin. Dabei wurde uns auch klar, wie wichtig ein gut eingewiesener Helfer ist, der eben nicht durchs Bild läuft und den Hund trotzdem gut in Szene setzt. Außerdem mussten wir gleich den wichtigsten Aspekt beachten: Gute Bilder gelingen nur, wenn sich die Kamera auf Hunde-Höhe befindet. Zum Glück war es trocken, so dass es uns nichts ausmachte, durchs Gras zu robben.
Bei der nächsten Übung sollten wir den Hund in der Bewegung fotografieren. Als ich die ersten Bilder von Ruten und Hinterbeinen gemacht hatte, wurde mir klar, dass das nicht so enfach war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Bis ich den Fokus eingestellt und abgedrückt hatte, war der Hund über alle Berge. Gianna munterte mich auf, nicht aufzugeben, und so gelangen mir wenigstens ein paar Bilder, auf denen ein ganzer scharfer Hund zu sehen war.
Nach diesem Workshop weiß ich, dass Fotografieren nicht nur bedeutet, auf den Auslöser zu drücken. Ohne einen Blick für den Bildausschnitt und die richtigen Einstellungen an der Kamera werden es nicht mehr als Schnappschüsse. Ich habe jetzt noch größeren Respekt für jedes gelungene Foto und werde fleißig weiterüben!

Nora Birner